25.10.2025
Die Überfahrt haben wir auch gut überstanden. In den letzten zwei Nächten haben wir die Uhr jeweils eine Stunde zurückgestellt. Wir sind also nun zwei Stunden hinter der deutschen Zeit. Ab Sonntag nur noch eine.
Gestern war ein totaler Gammeltag. Wegen Sturm und Wellen waren auch Sauna und Fitnessraum gesperrt. Also haben wir gelesen und auf dem Fernseher die Strecke verfolgt. Teilweise war es unter uns 2200 m tief. Schon heftig. Am späten Nachmittag kam sogar die Sonne raus und es hat ein wenig geschneit am Abend. Der Dicke und ich haben gekuschelt und Schnuff ist abends in die Show gegangen. War leider auch nicht so doll. Sie hatte auf etwas klassische Musik gehofft, war es aber nicht.
Nun sind wir also in Seyðisfjörður. Wer sich diesen Namen ausgedacht hat. Der Name bedeutet "Fjord der Feuerstellen" weil früher, wenn Seefahrer hierherkamen, überall die Feuerstellen zu sehen waren.
Schnuff sagt, wir machen heute einen interessanten Ausflug und ich soll mich überraschen lassen. Auf jeden Fall freue ich mich darauf im Schnee zu toben.
So schön weiß hier. Los lass uns gehen.
Ach so, wir müssen in den Bus. Na dann husch. Hinsetzen und anschnallen. Aber ich würde viel lieber vorne rausgucken.
Das ist so schön hier. Ein wenig wie Spitzbergen im Frühling. Ich fühle mich hier richtig wohl. Kann mich garnicht sattsehen an der tollen Umgebung.
Endlich hält der Bus an. Ich aber sowas von schnell raus und kopfüber in den Schnee gestürzt. Das ist toll hier.
Ach das ist noch nicht das Ziel? Hier ist nur ein Wasserfall. Besser kann es doch nicht werden. Schnee, Sonne und blauer Himmel. Danke das reicht schon. Ja du hast ja recht, der Wasserfall ist toll. Und sogar schon teilweise gefroren. Na kein Wunder bei minus 5-7 Grad.
Guck mal, ein Schneeengel. Wie der ist nicht von mir? Ich bin ganz schnell gelaufen. Kann ich hierbleiben? Das ist so schön.
Na gut, wieder rein in den Bus und weiter. Guckt mal, der kommt aus D. Wir sind jetzt etwa hier.
Ziel ist der Stuălgil Canyon. Wir sind jetzt durch den entlegensten Teil Islands, den Osten gefahren. Wenig Menschen, viele Schafe. Der Canyon ist etwa 2 km lang. Auffällig sind die imposanten, teils bis 30m aufragenden Basaltsäulen. Diese sind durch vulkanische Aktivitäten vor etwa 9000 Jahren entstanden.
He, guckst du mal nach unten! Weißt du, wie tief das hier runter geht?
Sag mal, hab ich das mit den vielen Stufen nach oben überhört? Ich soll doch jetzt nicht wirklich die ganzen Stufen wieder rauf klettern? Guck mal, ein Blümchen. Na hör mal, ich lenke nicht ab. Ich mag Blümchen.
Da ist noch ein Wasserfall. Ich würde ja zu gern ein wenig an den Eiszapfen knabbern, oder dem Dicken einen mitbringen.
Du hattest recht, der Schneeengel vorhin war nicht von mir. Aber den hab ich jetzt wirklich allein gemacht. Bis zu Hause sind es etwas über 5000 km.
Das ist weit. Schnuff kauft mir, weil ich so brav geklettert bin eine Schokowaffel. Den Müll muss ich mitnehmen. Wird sonst teuer.
Ab in den Bus und die Umgebung genießen. Das ist so schön. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber Schnee, Sonne und blauer Himmel sind nun mal toll.
Da kommt unser Schiff in Sicht.
Wir haben noch ein wenig Zeit, als wir am Schiff ankommen. Also noch schnell durchs Dorf. Da, ein Kiosk. Kiosk 108. Das ist das Steuerhaus eines alten Trawlers. Klar closed for Season. Auf der Rückseite steht aber zu verkaufen.
Es soll hier einen berühmten Regenbogenweg geben. Das ist er. Hat das einen Grund, warum der zur Kirche führt?
Na klar, auch hier ist wieder zu. Langsam nervt mich das leider, dass ich nirgendwo rein kann.
Oh guckt mal, die Sonne verschwindet langsam hinter dem Berg. Wir sollten zurück.
Kann ich den für den Dicken mitnehmen? Bitteeeeeee.
Schaut mal wie schön sich der Berg im Fjord spiegelt.
Wir müssen durch den Shop zum Schiff. Da sitzen zwei Kumpel.
Wir haben eine erneute Routenänderung. Geht jetzt oben um Island herum.
26.10.2025
Heute sind wir in Akujery. Das ist ganz im Norden von Island. Als ich aufgewacht bin und aus dem Fenster geschaut habe, hat es ganz doll geschneit.
Heute machen wir einen Ausflug zu den Juwelen des Nordens. Das wird bestimmt wieder spannend. Wie gewohnt rein in den Bus und los.
Wir fahren durch einen Tunnel. Der ist 7 km lang und als der gebaut wurde, haben sie eine heiße Quelle entdeckt. Diese wurde gleich nachgenutzt. Nun heißt dieser das ganze Jahr den Tunnel, so dass immer etwa 26 Grad im Tunnel sind. In der Mitte sind Ausweichbuchten, wo es warmes Wasser gibt und die Isländer an kalten Tagen ihr Auto abtauen können.
Auch hier gibt es Leute, die immer wieder vom Winter überrascht werden und zu spät ihre Reifen wechseln. Dann parken sie manchmal sehr ungewöhnlich. Unsere Reisebegleitung sagt, dass es aber sehr oft Touristen sind, die mit den Straßenverhältnissen nicht klar kommen.
Oh was ist das? Eine Straßenblokade? Na, ihr seid aber auch spät dran. Die sehen richtig fett aus mit ihrer dicken Wolle. Manche breiter als hoch. Der Hund muss ganz schön flitzen um die in die richtige Richtung zu treiben. Und ganz hinten stehen noch ein paar Isy's.
Unser erstes Ziel sind die Pseydokrater am Myvaten-See. Das sind im See aufgestiegene geplatzte Magma-Blasen. Sieht sehr interessant aus. Unter der Schnee- und Erdschicht kann man das Lavagestein sehen.
Eigentlich wollten wir die große Wanderrunde nehmen, aber obwohl wir den kleinen Imbiss sausen ließen, reicht die Zeit nicht und wir müssen umdrehen. Die Steinbrocken da sind auch aufgestiegene Lava. Ich mach noch schnell ein Engelchen, damit alle wissen das ich hier war.
Ich habe versucht mich zu verstecken um hier bleiben zu können. Sollte ja für mich im Schnee nicht schwer sein. Schnuff hat mich trotzdem gefunden. Das Gras hat mich verraten. Auch hier viele Schafe.
Weiter geht die Fahrt. Oh da dämpft es aber heftig. Achso, das ist ein Geothermie-Kraftwerk.
Das kündigt unseren neuen Stop an. Ein Geothermifeld. Hier richt das aber ziemlich muffig. Wir kommen mit dem Bus leider nicht auf den Parkplatz. Genau an der Einfahrt steht ein kleiner Reisebus mit Reifenschaden am Anhänger. Also laufen. Das gibt mir die Chance vorzuflitzen. Der Rest ist nämlich langsamer. So brauch ich nicht immer warten, bis keine Menschen da sind. Hier dampft es überall aus der Erde und es ist relativ warm.
Hier kocht die Erde. Sieht aus wie Schokopudding.
Diese kleinen gelben Flecken sind Schwefelablagerungen. Das ist auch der Grund, warum es hier so riecht.
Das war also das Geothermifeld.
Weiter geht es zum nächsten Ziel. Im Bus bekomme ich dann endlich mal was zu essen und zu trinken. Gut das Schnuff was mitgenommen hat. Mittag gibt es auf diesem Ausflug nicht, obwohl wir knapp 7 Stunden unterwegs sein werden.
Für den nächsten Stop bekommen wir Karten um auf Toilette gehen zu können. Sonst würde das 300 ISK, also ca. 2,30 Euro kosten. Schon verrückt, dass hier wirklich alles was kostet. Soll nochmal einer über die Sanifar-Preise auf deutschen Raststätten meckern.
Unser nachster Stopp heißt Dimmuborgir. Das ist ein "Kratersee" in dem verschiedene Steinformationen durch aufsteigende Lava entstanden sind. Das ist auf den Bildern gut erklärt.
Eigentlich, so unsere Reiseleiterin, soll es hier viele versteinerte Trolle geben. Ich habe leider keinen erkannt.
Dafür entdecke ich ein paar Höhlen. Los komm, da klettern wir rauf. Die hier ist sogar wohnlich eingerichtet.
Zu der Steinformation Kjirke schaffen wir es nicht mehr. Die Zeit ist wieder zu knapp bemessen. Ich bin ja nun wirklich nicht langsam. Der Rest schafft bestimmt nur den Troll-Platz. Hier gibt es ein paar Gucklöcher. Und noch mehr Höhlen
Au weia, da will ich aber nicht reinfallen. Tiefe schmale Erdspalte.
Nun aber husch zurück zum Bus. Da der Fahrer nicht da ist, übernehme ich mal das Steuer.
Nun sind wir auf dem Weg zu unserem letzten Ziel für heute. Unterwegs sieht man immer wieder Steinformationen, die aus einem See herauswachsen.
Nun sind wir angekommen. Det Godefoss-Wasserfall. Das Wasser stürzt uber eine Breite von 158m, von drei Felsen unterbrochen in weitem Bogen in die Tiefe. Der Sage nach soll der Gode und Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði Þorkelsson um das Jahr 1000 n. Chr., nach der beschlossenen Übernahme des Christentums als Staatsreligion, die letzten heidnischen Götterbilder in den Goðafoss geworfen haben. Daher der Name (= Götterwasserfall). Der längere Weg führt über eine Brücke. Die meisten nehmen den kurzen Weg, aber hier hat man einen schöneren Blick.
Siehst du fast ganze Eis da unten? Da war doch vorhin eine Treppe zu sehen. Können wir da runter?
Oh nein, gesperrt. Schade, ich hätte zu gern mal genascht.
Nun gut, das war unser Ausflug zu den Juwelen des Nordens. Da ist schon wieder das Schiff.
Am Schiff angekommen haben wir noch eine dreiviertel Stunde Zeit, bis es heißt alle an Bord. Also nochmal schnell in die "Stadt". Ich hab da vorhin was gesehen, was ich euch unbedingt noch zeigen will. Hier wird man nämlich an den Ampeln sehr herzlich gebeten anzuhalten.
Das ist doch süß oder? Schnell weiter zum Touristen-Fotopoint. Na logisch brauche ich auch dieses Foto von mir.
Im Hintergrund seht ihr eine Kirche. Die nennen sie Eiskathedrale. Hat aber nix mit der Eismeerkathedrale in Tromsø zu tun. Ja und ratet mal, natürlich geschlossen.
Am Hafen steht noch eine Skulptur, was diese nun bedeutet, weiß ich nicht.
Was ich aber ganz toll finde, ist es zuzusehen, wie viele Crewmitglieder draußen im Schnee toben. Das habe ich gestern schon beobachtet. Auch wie sie erstaunt an der Reeling standen oder auf Deck 12 eine Schneeballschlacht gemacht haben. Viele kommen von den Philippinen, Bali oder anderen asiatischen Ländern und sehen und erleben das erste Mal Schnee. So schön, wie ausgelassene Kinder. Ich freu mich für sie, dass sie trotz ihrer Arbeit noch Zeit dafür bekommen. Auch der Kapitän hat um Verständnis für sie gebeten, wenn man vielleicht am Büfett mal eine Minute warten muss. Das finde ich wirklich klasse, dass jeder von der Crew die Chance bekommt, das zu genießen. Ob Kellner, Roomservice oder Maschinist aus dem Keller.
Als wir heute an Land sind, war der Kapitän auch an der Gangway und hat mich mit den Worten begrüßt:" Der kleine Bär ist in seiner Welt angekommen" 😀
Ach Dicker, ich hab Dich nicht vergessen. Guck mal, den bring ich dir mit.
Leider wurde deg Ausflug für morgen wegen den Witterungsbedingungen abgesagt. Mal schauen, was wir dann machen.
27.10.2025
Heute sind wir in Isafjörður. Ein winziger Ort auf einer großen Halbinsel im Nordwesten Islands. Unser Schiff hat sich der Umgebung angepasst und sich winterlich herausgeputzt.
Na los nun komm, ich will raus und die 300 Jahre alten Häuser sehen. Ein paar Bärenhopser vom Schiff entfernt sind sie auch schon. In dem einen ist ein Museum, aber das ist gerade massiv überfüllt.
Was hältst Du von einer Kanu-Tour? Hier ist keiner und auf dem Fjord ist es auch leer.
So genau habe ich das noch nicht gesehen. In Dokumentationen habe ich das schon gesehen. Die beiden Dinger rechts und links sind die Gewichte, die das Netz halten.
In Isafjörður gibt es die ältesten erhaltenen Häuser von Island. Die hier sind von 18xx. Sehr gut gepflegt. Das letzte Bild ist keine Hausnummer, sondern das Jahr der Erbauung.
Wir laufen gerade durch eine Straße, die ich mit Adelsstraße übersetzen würde.
Weiter geht's. Oh guckt mal, da sind noch mehr Kumpels. Wir unterhalten uns eine Weile und Schaukeln dabei ein wenig. Die zwei sind dann weitergezogen und ich konnte noch ein wenig alleine schaukeln bevor wir weitergezogen sind.
Da ist die alte Kirche. Soll aus einem gespendeten Wohnhaus umgebaut worden sein. Zu, was sonst. Gleich um die Ecke ist die neue. Hmmm was soll ich sagen, Zweckbau halt. Die war auch zufällig mal offen. Schön ist anders. Da konnte man nichtmal Kerzen anzünden.
Nun laufen wir in Richtung altes Krankenhaus. Das ist 1925 erbaut worden. Heute ist es das Kulturhaus und daneben das neue Krankenhaus.
Auf den Rasenflächen davor stehen zwei Denkmäler. Einmal in Gedenken an allen die Fischer, die ihr Leben auf See verloren haben und das andere konnte ich nicht entziffern. Im Hintergrund seht ihr noch weitere schöne Häuser.
Wir haben doch heute echt kein Stress oder? Kann ich dann nicht noch ein wenig spielen? Um die Hängematte brauchte ich mich nicht streiten, da will bei dem Wetter keiner liegen. Die Rutsche kam ich nicht mal bis zur Hälfte runter, so stark war der Wind.
Oh schau mal, hier gibt es auch einen Netto. Lass uns mal gucken, was es da so alles gibt. Ganz viel aus Deutschland, Dänemark und auch England. War ja auchmal Teil des dänischen Königshauses.
Ich hab nichts gemopst im Laden. Und es wird wohl auch kaum probleme geben hier. Eine Polizeistation gibt es trotzdem. So wie das Auto aussieht, müssen die nicht oft ausrücken.
Der Lektor hat doch gestern so ein tolles Café empfohlen. Komm das suchen wir jetzt. Kann ja nur noch eins von den 30 Häusern die wir nicht nicht gesehen haben, sein. Da soll es sehr Guten Kaffee geben. Och ne, ehrlich? Geschlossen. Genau wie der Geldautomat. Auch out of order.
Das französische Consulat. Hier im Nirgendwo. Das dänische Consulat ist auch hier. Das ist eins von den ganz alten Häusern.
Die Stühle jedoch gehören zu einen Geschäft. Da hab ich mich nur ausgeruht, weil Schnuff mit jemandem vom Schiff gequatscht hat.
He, das ist ja toll, hier gibt es einen eingezäunten Hundespielplatz.
So, nun gibt es nur noch ein Besichtigungsziel. Die (Halb-) Insel eigene Brauerei. Auf dem Weg dorthin kommen wir an den 300 Jahre alten Häusern vorbei. Was ist das da? Das habe ich vor lauter Menschen nicht gesehen vorhin. Es sieht aus wie riesige Walknochen. Das die eine eigene Eisenbahn zwischen den Häusern haben, habe ich auch übersehen..
Nun aber zur Brauerei. Eine kleine Mikrobrauerei im Familienbetrieb. Der Name bedeutet soviel wie 'Brauerei in den Doks". Und welche Überraschung, da ist die auch. Die haben sage und schreibe 11 verschiedene Sorten Bier. Meist Kraftbier. Aber kein Alkoholfreies.
Ich hab mich gewogen. Hab nicht zugenommen. Kann also weiterfuttern auf dem Schiff.
Das war heute ein sehr entspannter Tag. Wir sind sehr langsam gelaufen, waren bummeln und sind trotzdem schon nach zwei Stunden zurück.
Jetzt heißt es bald Leinen los und auf nach Grundarfjörður. Das ist dann der Westen von Island. Ich lass mich überraschen, was morgen geschieht. Wir sind übrigens im Moment Grönland so nah, wie ich es noch nie war. Es sind nur noch etwa 500 km. Das erklärt bestimmt auch den eisigen Wind hier. Vielleicht kann ich ja mal mit dem Kapitän reden, ob er einen kleinen Abstecher macht.
Was wir heute eigentlich geplant hatten war ein Ausflug zu den Westfjorden und Waffelzauber (mit Waffeln backen). Da dieser leider abgesagt wurde, wollten wir zur - vom Lektor empfohlenen - Insel Vigur. Da solle es das kleinste Postamt Europas geben. Ging auch nicht, weil nur in der Sommersaison möglich. Schade, aber die Ausflüge und auch die Beschreibungen und Empfehlungen für die Orte sind auf den Sommer ausgelegt und ich finde es doof, dass das nicht entsprechend angepasst wird.
28.10.2025
Guten Morgen aus Grundarfjörður. Eine Stadt mit 680 Einwohnern. Eigentlich war Tendern angesagt, aber nun liegen wir doch am Pier und machen gerade fest. Draußen ist es noch finster und wir haben etwa -2 Grad. Nordlichter gab es heute Nacht leider wieder nicht. Die Chancen standen gut, aber es gab zu viele Wolken. Das tut mir leid für die Leute, die nur hier drauf sind, weil sie die Lichter sehen wollen. Es geht aber nur noch Richtung Süden und die Chancen nehmen ab. Heute Nacht tauchte am Horizont das Sternbild Bärenhüter auf, ohne den Schneefall und die Wolken hätte ich das vielleicht gesehen.
Wir wandern heute zu einem Wasserfall, aber noch ist dunkel. Ich sitze auf jeden Fall schon bereit.
Es dämmert als wir aufbrechen. Die Vasco sieht so beleuchtet schick aus. Eigentlich sollten wir tendern, aber der Kapitän und seine Crew haben es geschafft, das "halbe" Schiff an der kurzen Pier anzulegen. Also können wir so von Bord gehen.
Unsere Reiseleiterin führt uns zuerst zu einem ortsansässigen Künstler/Bildhauer. Natürlich können wir die Sachen auch erweben.
Na, ich weiß ja nicht, was der Zoll sagt, wenn ich da mit einem Schwert auftauche. Das lass ich mal lieber, außerdem interessiert mich Natur viel mehr. Obwohl, das hier und der Tisch sind schick.
Muss ich eigentlich wirklich wandern? Wollen wir nicht lieber hiermit fahren?
Na gut, du möchtest laufen. Dann los. Die Kirche ist natürlich wieder zu.
Davor steht ein Kunstarrangement. Eine Frau, die sehnsuchtsvoll aufs Meer schaut und daneben eine Welle. Es heißt Sym, was soviel wie Blick bedeutet.
Direkt gegenüber hat jemand seine Hauswand bemalt. Das Bild sieht aus wie eins von Banksy. Auf jeden Fall sieht es schick aus.
Das ist ja interessant. Hier gibt es echt mal ein Stück Wald. Da fällt mir ein, habt ihr euren Weihnachtsbaum schon ausgesucht? Ich nehme den hier.
Unser Ziel liegt gegenüber von diesem Berg. Das ist der Kirkjufell und ist 463 m hoch. Der ist aber nur drei Monate im Sommer freigegeben. Es ist sonst zu gefährlich. Hier der Berg aus verschiedenen Perspektiven. Hier fanden Dreharbeiten zu Games of Thrones und Reise zum Mittelpunkt der Erde statt.
Schaut mal das Iglu-Haus da oben. Das ist bestimmt eine Sauna drin, oder es ist ein Kaminzimmer. Jedenfalls ein toller Platz um Polarlichter zu beobachten.
Oh schaut mal, die ganzen Berge sind voll mit Eiszapfen. Wie gerne würde ich das jetzt mit dem Dicken raufkrabbeln.
Endlich kommen wir an unserem Ziel an. Der Kirkjufellfoss. Also ein Wasserfall. Er fällt in mehreren Stufen herunter. Ein wenig ist auch schon gefroren.
So, nun hab ich aber wirklich genug Wasserfälle gesehen. Komm wir gehen mal rüber zum Berg. Vielleicht können wir ja wenigstens bis zum ersten Plateau klettern. Wir kommen leider nur zu zweit Hütten, danach ist gesperrt. Die Hütten kann man mieten. Das eine ist bestimmt die Eulenhütte.
Der Wind ist hier echt heftig. Die nennen sich katabatische Winde und hauen den Schafen echt die Locken aus der Wolle. Selbst die Eiszapfen schaffen es nicht gerade runterzuhängen.
Da ist ein Wanderschild. Da gehen wir langsam. Oh, soll ich da echt rüberklettern? Ne das mache ich nicht, das sieht irgendwie privat aus. Komm wir machen lieber kurz eine Mittagspause.
Wir drehen um und finden am Fuße des Berges einen kleinen Strand. Hier liegen echt viele Muscheln rum, die ich hier nicht erwartet habe. Und vor allem viele davon. Ich bin im Strandurlaub.
Auf der anderen Seite der Landzunge ist noch ein kleiner Strand. Ist das jetzt Wiese oder Seegras?
Ähm warte mal, da hat sich doch was bewegt. Ich verkrauch mich vorsorglich schon mal im Rucksack. Wer weiß was das war. Schnuff friert sich fast die Finger ab, aber sie erwischt die zwei kleinen, die im Wasser toben.
Kleine Robben, die sind so süß.
Nun machen wir uns aber wirklich auf den Rückweg. Guck mal da oben. Wir sind doch vorhin an den Ställen vorbei gekommen. Ich glaube, die Isys sind gerade draußen. Och, die sehen ja aus wie kleine Teddys. Ich versteck mich wieder, damit sie sich nicht erschrecken. Schnuff, hör auf die zu kraulen. Du kennst die doch nicht. Hilfe der will mich anknabbern. Klasse du kraulst und fotografierst. Pass auf mich auf.
Wieder im Dorf angekommen, entdecke ich was Deutsches im Garten, oder ist das ein Weihnachtswichtel?
Wir sind am Schiff zurück und ich Ruhe mich aus. Schnuff macht Schuhe und Hose sauber. Sie hat vorhin mal nicht aufgepasst und ist ziemlich im Modder versunken. Immer noch besser als auf dem Eis auszurutschen. Bisher sind wir auf allen Wegen gut zurecht gekommen. Bei den Gästen auf dem Schiff gibt es schon einige Knochenbrüche. Ab morgen sind wir im Süden von Island, da gibt es nicht mehr so viel Schnee. Wahrscheinlich eher Regen.
Es gibt eine erneute Routenänderung, ob die so durchgeführt wird, weiß heute keiner wirklich. Morgen erstmal Reykjavik- deutsch Rauchbucht.
Auf dem Weg dorthin gab es tolle Polarlichter. Schnuff stand ziemlich lange an Deck und hat geguckt. Der Dicke und ich haben sie aus der Kabine beobachtet.
War echt toll. Die Lichter haben die ganze Nacht getobt. Wir haben noch ein wenig ausruhen dem Fenster geguckt und sind dabei eingeschlafen.
29.10.2025
Oh oh, der Räumdienst schläft noch sagt unser Fahrer. Ich hab ihm dann doch den Bus überlassen und mich auf meinen Ausguck gesetzt. Die Straße können wir nur erahnen. Das ist heftig.
Wie ihr seht, geht die Sonne langsam auf. Die Berge werden in tolles Licht getaucht. Das sieht sehr schön aus.
Nach einer Pipi-Pause geht es weiter zu unserem ersten Wasserfall. Da ist ein Geothermie-Kraftwerk. Von hier aus werden die Häuser mit Heizung versorgt. Das Wasser aus dem Boden hat über 80 Grad. Der Fahrer erzählt, dass er im Jahr etwa 80 Euro Heizkosten hat. Das ist sehr günstig.
Der erste Wasserfall ist erreicht. Hier waren heute noch nicht Viele. Wir müssen uns den Weg durch tiefen Schnee bahnen. Guckt mal, das ist alles in der letzten Nacht gefallen.
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