17.12.2025
Heute kommt das Highlight dieser Tour. Die Durchfahrt durch den Panama-Kanal. Von Colon nach Panama Stadt. Wir haben alle gerätselt, wann es nun los geht. Nachts haben wir in der Warteschleife gestanden. Uniformierte an Bord wussten auch keine genaue Zeit, oder sie wollten sie nicht sagen. Also haben wir uns gegen halb sieben oben getroffen. Die Sonne ging gerade auf.
Ich konnte es garnicht erwarten und war schon sehr früh oben. Erstmal durch die Brücke da hinten. Oh guckt mal, der musste wohl zu lange warten.
Hinter der Brücke fällt die Entscheidung. Rechts oder Links? Rechts wäre der alte Panama-Kanal.
Also Rechts. Ich bin ja so gespannt. Ein Kreuzfahrtschiff ist noch vor uns.
Auweia, das ist ja echt fast Millimeterarbeit.
Echt spannend, die erste Schleuse besteht aus drei Stufen. Wenn das Schiff vor uns in die zweite Etage einfährt, können wir in den ersten Trog.
Das mit den Loks finde ich ja wirklich interessant. Von den Loks zum Schiff sind Stahlseile gespannt. Diese sorgen dafür, dass das Schiff genau im richtigen Abstand zu den Seitenwänden bleibt. Zusätzlich ziehen sie das Schiff vorwärts. Das Prinzip sieht nach einer Zahnradbahn aus. Wahnsinn, was da für eine ausgefeilte Technik dahinter steckt. Na klar, die Lok darf ja nicht zurückrutschen, wenn sie auf die nächste Stufe hochfährt und an den Seilen hängen ja Tonnen. Da muss sie schon irgendwie festen Halt haben und da bietet sich das Zahnradprinzip ja an. Wahrscheinlich auch mit Sperre, damit es nicht rückwärts drehen kann.
Weil ich den gerade sehe; hier werden die ausgesonderten Schulbusse der USA umlackiert und als Linienbusse genutzt. Dieser hier ist weiß.
Nun geht es in die zweite Stufe. Ich finde das alles echt spannend. Aber wir stehen jetzt schon über zwei Stunden hier. Die Sonne brezelt und die Füße fangen an weh zu tun.
Die dritte Stufe ist bestimmt genau wie eins und zwei. Ich hab Hunger und mir ist warm. Na endlich gibt es ein kleines Frühstück.
Zwischendrin und nach dem Frühstück gucken wir noch vom hinteren Teil des Schiffes zurück auf die Schleuse. Da ist so eine Lok.
Nun geht es ersteinmal eine zeitlang durch den Gatun-See. Wunderschöne Landschaft, aber leider steht für uns nun Koffer packen an. Heute Abend ist dafür bestimmt keine Zeit meint Schnuff. Na gut, aber zur nächsten Schleuse gehen wir wieder hoch, ja? Versprochen? Das hier ist übrigens die zweite/mittlere Brücke. Diese markiert die Grenze zwischen pazifischer und atlantischer See. Es wird nebenbei noch sehr viel über den Kanal und seine Geschichte erzählt. Aber das kann man alles nachlesen, da tippe ich mir nicht die Pfotis wund.
Zur nächsten Schleuse sind wir wieder oben. Oh, der hat aber Vertrauen. Mit dem kleinen Boot vor/an so ein großes Schiff zu rudern. Der übergibt uns die Kabel für die Lok.
Diese Schleuse heißt Pedro Miguel. Diesmal bekommt ihr mehrere Perspektiven. Einmal von oben, aus der Kabine und einmal vom Promenadendeck.
Der große gelb-blaue ist ein RoRo-Schiff. In seinem Bauch steht alles voll Autos.
Nun fehlt noch die dritte Schleuse. Mirafloris. Hier gibt es ein riesiges Besucherzentrum. Und ganz viele Menschen sind hier und gucken zu. Der Abstand ist aber wirklich nicht breit. Ich geh mal runter und quatsche ein Runde mit dem Lokführer und lass mir das alles erklären. Er wollte mich in seine Lok einladen, aber ich hatte Angst über den Abgrund zu hüpfen. Aber wirklich sehr interessant. Nun habe ich ein weiteren "must do-Punkt" abgehakt.
Ich hab mal gezählt, ich war heute 6 mal im Fittnessstudio. Man bin ich fleißig. Ne quatsch, durch das Fittnessstudio kommt man auf Deck 11 nach vorne zum Gucken.
Nun dauert es nur noch einen kleinen Moment und wir sind an der dritten und letzten Brücke, der Amerika-Brücke (die ja eigentlich die erste ist). Von Weitem kann man schon Panama City (leider etwas verwaschen) sehen. Gesamt hat die Durchfahrt knapp 8 Stunden gedauert.
Huch, wir drehen bei und fahren noch vor der Brücke in einen der vielen möglichen Häfen. Komisch schon wieder ein Wirtschaftshafen, diesmal mit Trockendocks. Dieser Hafen-Teil heißt Balboa.
Egal, es gibt einen Shuttle zum Hafenausgang, bzw. zur Mall in die Stadt. Schnuff will in die Altstadt. Kurz was essen und dann raus. Zusammen sind wir 10 Leute, davon verlassen einige das Schiff, somit ist das wie eine kleine Abschiedsfeier. Schnuff ist schon ziemlich traurig. Ich bleibe auf dem Schiff, bin heute zu früh aufgestanden und will lieber schlafen.
Aber tolle Bilder bringt sie mit. Das ist die Kathedrale und noch andere schöne Häuser.
Das hier ist aber auch toll arrangiert. Ja langsam kommt die Weihnachtsstimmung. Ich werde wohl doch zu Hause noch etwas schmücken. Mir ist jetzt irgendwie danach.
Ein wenig shoppen und dann wollen wir alle in eine Rooftop-Bar. Davon gibt es hier einige. Tolle Aussicht und von ganz oben sieht man die Wolkenkratzer.
Das ist ja stattlich, kleine Flasche Wasser 5 Euro. Na egal, ist halt Rooftop.... Na, da ist bestimmt ein Teil des Geldes in den Projektoren.
Langsam machen sie sich auf den Weg zurück zum Treffpunkt. Das ist ja cool, da hängen Tische und Stühle von der Decke.
Hier noch ein wenig Streetart.
Gegen 23.30 Uhr sind sie zurück und trinken im Dome einen Absacker. Endlich kommt Schnuff. Ähm Hallo, was wird das? Warum schnappst Du dir das Kopfkissen und die Decke? Wie unterm Sternenhimmel schlafen? Ach und na klar, ohne mich. Für Kuscheln ist ja Papa Böar zuständig. Und schwups weg war sie. Ich laufe hier Kornkreise im Bett, fühle mich einsam und Schnuff kuschelt oben, guckt Sterne und denkt an die tolle Zeit, die sie hatte und genießt einfach den Moment. Selbst die Crew spielt mit und lässt die Musik auf dem Deck 10 hinten leise weiter spielen. Klar sind ja überall Kameras, sie sehen das ja und hören wohl auch. Nach einem kurzen Kommentar wurde echt die Musik gewechselt. Nur an mich hier in der Kabine denkt niemand. Aber ich kann ja schon froh sein, dass sie mich noch nicht in den Koffer gestopft hat.
18.12.2025
Erst nach Sonnenaufgang kommt sie zurück und springt unter die Dusche.
Ausgeschlafen siehst Du aber nicht aus. Dir ist schon klar, dass wir gestern vor sechs aufgestanden sind, Du mittags nicht geschlafen hast und jetzt das auch noch.... Wir fliegen heute nach Hause und sind erst morgen abend zu Hause. Bin ja gespannt, wie du das durchhalten willst.... ist dir egal, war schön die (halbe) Nacht unter den Sternen. Ich werde dich dran erinnern, wenn Du durchhängst.
Beim Frühstück wird heftig gedrückt, gute Wünsche verteilt und wiederholt verabschiedet.
Da stehen schon die Koffer bereit. Bald kommt der Transfer und dann geht's los zum Flughafen. Freude und Traurigkeit halten sich die Waage. Gut das die anderen schon zum Ausflug weg sind, da ist der Abschied nicht so schlimm.
Nun ist der Bus da. Koffer abgeben und rein. Nun heißt es wirklich Abschied vom Schiff zu nehmen. Wir kommen bestimmt irgendwann mal wieder.
Vor dem Eingang sitzt ein schicker Vogel. Ich weiß aber nicht wie der heißt. Ich geh lieber zu den Pferdchen. Schnuff freut sich schon riesig auf die Ponys zu Hause.
Das waren nun auch meine letzten Bilder. Ab jetzt heißt es für mich ab in den Rucksack und der Dicke übernimmt.
Check in und Security fertig. Totales Chaos. Elend lange Schlange und immer wieder Spezialisten, die sich von der Seite reinschummeln und gegen alle Ansagen immun sind. Aber irgendwann ist doch alles geschafft. Boarding ist auch bald.
Wir sitzen brav am Gate, warten und gucken, was für neue Gäste fürs Schiff aus der Maschine aussteigen. Die ist nämlich gerade gelandet und bringt neue Gäste für die Vasco. Vielleicht können wir ja jemanden überreden wieder zurück zu fliegen und dann bleiben wir hier.
Nun sind wir dran mit Boarding. Also gut, nun geht's wirklich heim. Geht aber, bis auf ein paar Querulanten, recht entspannt ab. Das ist ein Charter von Nicko und so sieht man die Leute vom Schiff hier auch wieder. Wir haben einen Fensterplatz ergattert.
Neben uns sitzt ein älterer Herr. Der steht ständig auf und schiebt dann seine Decke immer zu mir, schmeißt seinen Gurt zu mir oder stützt sich beim Aufstehen auf meinem Bein auf. Nix mit Schlafen. Das war auch einer der Personen, die auf dem Schiff für Unmut gesorgt haben. Pura Vida, ist halt so, überleben wir auch.
Nach dem Start noch ein Blick über Panama und die untergehende Sonne und da gibt es auch schon Abendessen. Mit Käse überbackene Nudeln. Lecker.
Jetzt geht es über den großen Teich. Ich schlafe ganz entspannt im Rucksack. Schnuff und der Dicke kommen nicht wirklich zum Schlafen. Immer nur kurze Phasen.
Das ist unsere Strecke. Elf Stunden soll der Flug dauern.
Die Nacht schleppt sich so dahin und als die Sonne aufgeht, lässt sie den Main glänzen.
Oh, was ist das? Aha Frühstück. Eine warme Apfeltasche und Kaffee. Condor hat auch mächtig nachgelassen.
Überpünktlich landen wir in Frankfurt. Leider sind die gepäcktechnisch wie der BER. Das dauert ewig. Wir warten brav. Laut Tracker ist der Koffer auf jeden Fall in Frankfurt.
Endlich haben wir den Koffer. Gut das wir soviel Zeit geplant hatten und nun ganz entspannt zum Bahnsteig gehen können. Nehmen wir den Ballon mit, der wiegt doch nichts. Natürlich nicht, hab nix anderes erwartet. Schnuff kauft keinen unnötigen Kram. Im Atrium kommen wir noch an einem ein Kunstwerk vorbei. Die über fünf Meter hohe Skulptur IMMATERIELLES von Andreas Schmitten. Ab zum Zug. Der Weihnachtsferien-Reiseverkehr startet heut. Der Zug kommt pünktlich und der reservierte Platz ist tatsächlich frei. Nun fahren wir noch etwa 4 Stunden. Schnuff hängt im Kopf noch auf dem Schiff.
Ich denke heute werden wir alle ins Bett fallen und schlafen.
Schlafen war nicht. Sie fing nachts noch an Stolle zu backen. Drei oder vier Stunden haben wir dann doch geschlafen, waren aber sehr früh wieder wach. Das pegelt sich schon wieder ein mit der Zeit.
Das waren echt tolle Erlebnisse, viele nette liebe Menschen kennengelernt (klar gab es auch Stiesel an Bord), tolle Gespräche geführt, viele neue Orte gesehen, Tiere beobachtet, Nordlichter, Sturm, Wind und Wellen erlebt. Einfach eine traumhafte Zeit, die ihren Abschluss mit dem Highlight Panama-Kanal-Durchfahrt, auf einer Rooftop-Bar und Schlafen unterm Sternenhimmel gefunden hat. An diese Reise werden wir lange zurückdenken. Den Ausdruck "Pura Vida" aus Costa Rica werden wir zum Lebensmantra machen. Heißt so viel wie "so ist das Leben", hat aber viele Bedeutungen.
Wir lesen uns wieder, wenn es im Februar für eine Woche nach Tromsø geht. Bis dann ihr Lieben 😘